2016

Vogelgrippe

Hier ein Bericht (18. Nov. 2016) von unserem Mitglied Ulrich Coenen, Redakteurmitglied der Zeitung Neue Badische Nachrichten über die Vogelgrippe.
Die aktuelle Lage auf der Seite des
BDRG.


Inzwischen herrscht Panikstimmung. Im Norden und Süden der Bundesrepublik grassiert die Vogelgrippe in ihrer gefährlichen Variante (H5N8). Zahlreiche Wildvögel sind verendet und in Schleswig-Holstein ließen die Behörden in einem Geflügelbetrieb 30 000 Tiere in einem Hochstrom-Wasserbad töten. Das Stuttgarter Ministerium für Ländlichen Raum hat für Baden-Württemberg eine allgemeine Stallpflicht erlassen.

Kritik an allgemeiner Stallpflicht

Michael Götz, Tier- und Artenschutzbeauftragter des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) und Tierarzt in Rastatt, beobachtet die Entwicklung mit Sorge. In einer Pressemitteilung des BDRG warnt Götz, der über Geflügelkrankheiten promoviert hat, ausdrücklich vor einer allgemeinen Stallpflicht für Geflügel, die bereits in mehreren Bundesländern gilt.

Geschlossene Ställe bieten keine Sicherheit

Der Ausbruch der Vogelgrippe in einer industriell geführten Geflügelfarm in Schleswig-Holstein zeigt nach Ansicht des Experten, dass eine Aufstallung keinen sicheren Schutz bietet. „Die Übertragungskette wird dadurch offensichtlich nicht unterbrochen“, stellt er fest. Allerdings sieht Götz aktuell Unterschiede zum letzten großen Ausbruch der Seuche vor zwei Jahren. „Damals waren fast nur Tiere in den geschlossenen Systemen der großen Geflügelbetriebe betroffen“, konstatierte er. „Dieses Mal sind auch viele Wildvögel an H5N8 erkrankt.“

Ursachen sind umstritten

Die in den Medien kolportierte Behauptung des Friedrich-Löffler-Instituts, das Virus sei durch Zugvögel aus Russland nach Mitteleuropa eingeschleppt worden, hält Götz keineswegs für bewiesen. „Es gibt auch andere Theorien“, sagte er. „Der Nabu vertritt beispielsweise den Standpunkt, dass die Vogelgrippe vom Wirtschaftsgeflügel zu den Wildvögeln getragen wird. In diesem Herbst ist es schwierig, die Lage zu beurteilen, weil unstrittig viele Wildvögel betroffen sind. Vor zwei Jahren war aber eindeutig das Wirtschaftsgeflügel der Auslöser.“ Ursache könne, so Michael Götz, der Warenverkehr auf den Höfen sein.
Dass die Tiere in der industriell geführten Geflügelfarm in Schleswig-Holstein, wie in den Medien dargestellt, durch die Lüftungsschlitze des Stalls infiziert wurden, hält Michael Götz für extrem unwahrscheinlich. „Viren fliegen nicht durch die Luft“, meinte der Veterinarämediziner.

In Mittelbaden bisher keine Fälle

In Mittelbaden gab es bis heute noch keine Ausbrüche der Vogelgrippe. „Es gibt bei uns keine industrielle Geflügelhaltung, sondern nur mittelständische Betriebe und Hobbyhalter, die die vom Aussterben bedrohten alten Hühnerrassen züchten“, berichtete Götz, der selbst die bedrohte badische Hühnerrasse Sundheimer züchtet. 20 dieser alten Rassen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen.
Für diese Rassen ist nach Einschätzung des Experten ausschließlich die Freilandhaltung angemessen, weil diese Tiere ein anderes Temperament haben als die Lege- und Masthybriden in der industriellen Haltung. „Für 30 bis 50 Prozent der seltenen Rassehühner bedeutet die Aufstallung den Tod“, sagte Michael Götz. Eine Aufstallungspflicht sei deshalb nur in Sperr- und absoluten Risikogebieten sinnvoll.

Keine Gefahr für Menschen

Für den Menschen besteht nach Ansicht des Experten keine Gefahr. „Geflügel und Eier kann man sorglos verzehren, zumal beides zuvor erhitzt wird“, erklärte der Veterinärmediziner. „Bisher haben sich nur in Asien immungeschwächte Menschen mit dem Virus angesteckt. Ein so hoher Infektionsdruck wie dort besteht aber in Mitteleuropa nicht.“

Kryoreserve beim Huhn

Liebe Deutsche Sperber Züchter,

nachdem nun letzte Woche die Küken geschlüpft sind, kann ich Ihnen heute nach etwas längerer Auswertung die Gesamt-Brutergebnisse mitteilen.

Die Befruchtungsrate der Deutsche Sperber lag bei 67 % und die Schlupfrate nun bei 49 % (errechnet an der Gesamt Anzahl der eingelegten Eier). Das bedeutet, dass in unseren Ställen insgesamt 176 Deutsche Sperber Küken umhertollen.
Wer Interesse an dem Ergebnis seiner eigenen Bruteier hat, kann sich gerne telefonisch unter der 02183-414115 oder per Email bei mir melden.

Nun hoffen wir auf eine gut verlaufende Aufzucht der Küken. Zum nächsten spannenden Ereignis erhalten Sie erneut einen Newsletter.

Bis dahin mit freundlichen Grüßen aus dem verregneten Sinsteden,

Cornelia Krogmann

Kryoreserve beim Huhn

Liebe Deutsche Sperberzüchter,

an alle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die großzügige Bruteispende für das Projekt „Kryoreserve beim Huhn“. Mit Ihrer Unterstützung sind insgesamt 366 Bruteier der Rasse Deutscher Sperber zusammengekommen, von denen nur 4 Stück defekt waren. So konnten wir insgesamt 362 Bruteier bei uns in die Brutmaschinen einlegen. Gestern wurden die Bruteier geschiert. 121 Eier waren unbefruchtet (Befruchtungsrate von 67 %), 25 Eier sind abgestorben, so dass nun noch 216 Eier übriggeblieben sind. Mit diesem guten Ergebnis sind wir sehr zufrieden und jetzt heißt es Daumen drücken, dass möglichst viele Küken schlüpfen.

Ende der nächsten Woche können Sie sich auch gerne bei uns am WGH melden und nach den Einzelergebnissen Ihrer Bruteier bei Frau Krogmann nachfragen.

Viele Grüße aus Sinsteden
Mareike Fellmin